Rasant und nachhaltig

Die Studenten des Green Lion Racing Team der Uni Wuppertal bauen alljährlich einen innovativen Rennwagen für internationale studentische Fahrwettbewerbe. Neben der Technik sind sie auch gefordert, einen Businessplan rund um den Rennwagen zu präsentieren.

Seit 2012 dreht sich beim Green Lion Racing Team an der Bergischen Universität alles darum, ein funktionierendes, innovatives und vor allem schnelles Rennfahrzeug zu bauen. Jedes Jahr hat man seither geschafft, einen neuen Rennwagen zu konstruieren. Das erklärte Ziel: die Teilnahme bei der Formula Student. Dabei handelt es sich um eine Rennserie, in der nur Studenten teilnehmen dürfen. Im Vordergrund stehen zwar die Konstruktion und der Bau des Wagens, jedoch haben der betriebswirtschaftliche und organisatorische Teil einen mindestens genauso großen Stellenwert. Nichtsdestotrotz steht beim Green Lions Racing Team an erster Stelle ganz klar die Leidenschaft für das Automobil und den damit verbundenen Motorsport. Zum Green Lion Racing Team gehören Studenten aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Physik und Wirtschaftswissenschaften. Diese Vielfalt ist in der Breite des Wettbewerbs der Formula Student begründet. Wie die beiden Teamleiter Timon Greiling (29), Maschinenbaustudent, und Jannis Dohm (29), Student der Elektrotechnik, erläutern, kommt es eben neben den unterschiedlichen Fahrwettbewerben auch darauf an, ein technisches Konzept und einen Businessplan für eine fiktive Geschäftsidee rund um den Rennwagen zu präsentieren. Bei der Entwicklung müsse zudem die Sponsorensuche organisiert werden.

Das Projekt ist zum Teil ins Studium integriert, verschlingt aber auch viel an Freizeit, berichten die beiden Studenten. Für die jungen Akademiker bietet die Formula Student eine Plattform, um ihr bereits erworbenes Wissen praxisnah anzuwenden, Erfahrungen im Beruf zu sammeln, Kontakte in der Arbeitswelt zu knüpfen und die Passion für innovative und nachhaltige Fahrzeugtechnik auszuleben. Das aktuelle Fahrzeug, der GLR2019c, die bis jetzt ausgereifteste Entwicklung des Teams, bringt es inzwischen auf stolze 120 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit bei einem Gewicht von nur 211 Kilo. Der 600 ccm-Yamaha Motor beschleunigt dabei in nur 4,3 Sekunden von 0 auf 100. Noch beeindruckender ist aber die Kurven- und Fahrstabilität, die bei diesem Wagen erzielt wurde. Diese Agilität ist mit keinem bekannten Straßenfahrzeug vergleichbar, wie das Team versichert. Unterstützt wird das Green Lion Racing Team natürlich von der Bergischen Universität Wuppertal, die den jungen Forschern einen „tollen Rahmen“, wie sie sagen, in Form einer modernen Werkstatt und der Übernahme von Verwaltungsarbeit bereitstellt. Hinzu kommen die Sponsoren, mit denen das Team teilweise schon seit Jahren eine hervorragende Zusammenarbeit vorweisen kann. Diese Kooperation ermöglicht zusätzlich zu den Rennerfahrungen auch noch einen Einblick in die Welt der lokalen Industrie. Das Team ist also, was Ausstattung und Fachwissen betrifft, sehr gut vernetzt. Zu den langjährigen Partnern gehören Namen wie Hazet, Ferchau, Babtec, Schmersal, Coroplast, VDI und viele weitere. Sicherlich sind das Namen, mit denen viele Menschen im Bergischen Land, und auch darüber hinaus, etwas anfangen können. In diesem Jahr steht das Green Lion Racing Team vor einem großen Umschwung: Ursprünglich wollte man 2021 den ersten Elektrowagen auf die Strecke bringen, jedoch wurde dieses Projekt durch die Corona- Pandemie verzögert und der Zeitplan um ein Jahr nach hinten verschoben. Das betrifft natürlich auch den Bau des Wagens für 2020, denn dieser konnte nicht fertiggestellt werden. Das Team hat sich dann allerdings doch entschieden, die Saison nicht einfach so verstreichen zu lassen und sich noch für zwei Events anzumelden: Für „FS Alpe Adria“ in Kroatien vom 26. bis 29. August und für „Zwickau meets Friends“ vom 4. bis zum 6.September. Diese Events konnte man mit dem alten Wagen bestreiten und dabei wertvolle Daten für unser nächstes Fahrzeug sammeln. Diese Events haben natürlich unter Berücksichtigung den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen stattgefunden, wie betont wird.